Kosten

Die Kosten einer Heutrocknungsanlage sind sehr stark von dem jeweiligen Betrieb und den Gegebenheiten vor Ort abhängig. Grundsätzlich muss man von der Futtermenge/-fläche ausgehen. So soll ein Aufwuchs auf 2 – 3-mal mähen verarbeitet werden können. Die Installation einer Dachabsaugung ist in der Anschaffung und auch bei der Trocknung am günstigsten. Für die Nacht und bei schlechtem Wetter wird weitere Technik benötigt, um sicher innerhalb der 70 Stunden Frist fertigtrocknen zu können.

Bei neuen Anlagen sind Trocknungskosten im Jahresschnitt von ca. 1 Cent pro kg Heu anzustreben. Hat eine Anlage keine Dachabsaugung und wird Futter eher feucht eingefahren können die Kosten auf bis zu 3 Cent steigen. Zu bedenken ist weiters, dass für Heu ein entsprechender Lagerraum zur Verfügung stehen muss was bei Neuanschaffung zusätzliche Kosten verursacht.

Nutzen

Der Nutzen einer Trocknungsanlage macht sich auf mehreren Ebenen bemerkbar. An erster Stelle steht die steigende Grundfutterleistung aufgrund des besser konservierten Pflanzenbestandes. Gegenüber Bodenheu sind oft bis zu 1.000 Liter je Kuh und Jahr gesteigerte Milchmenge möglich. Der Grund liegt in den langen Feldliegezeit, den Bröckelverlusten und anschließenden Lagerverlusten von Bodenheu.

Qualitätsvolles Belüftungsheu liegt von den Inhaltsstoffen auf dem gleichen Niveau wie erstklassige Grassilage jedoch wird vom Heu mehr (Trockenmasse) gefressen, wodurch teures Ergänzungsfutter eingespart werden kann, oder die Milchleistung gesteigert wird.

Gelingt die Konservierung, gibt es beim Heu keine Nacherwärmung und auch keine Fehlgärungen. Versuche haben gezeigt, dass die Erzeugung einwandfreier Grassilage zwar Vorteile bei der Ernteschlagkraft bringt, jedoch die Konservierung ungleich schwieriger als beim Heu ist.

Durch eine Trocknungsanlage kann das Futter in viel kleineren Zeitfenstern – z.B. 28h vom Mähen bis unters Dach – geerntet werden wodurch der ideale Schnittzeitpunkt viel eher erreicht und nicht überschritten wird. Das bedeutet einen hohen Energiegehalt im Futter welcher den Tieren zur Verfügung steht.

Energiegehalt verschiedener Futterarten

Ein weiterer Vorteil einer Trocknungsanlage ist die steigende Tiergesundheit und Fruchtbarkeit. In Zahlen lässt sich dieser Punkt schwer fassen, jedoch ist eine Steigerung bei zuvor mäßiger Futterqualität naheliegend. Deutliche Hinweise liefert die sensorische Beurteilung von Heu hinsichtlich Farbe und Geruch.

Komfort

Der steigende Komfort durch den Einsatz von Trocknungsanlagen wurde bisher nur wenig beachtet. Jedoch bedeutet die Futterernte große Arbeitsspitzen was auch zu Lasten der gesamten Familie gehen kann. Viele Betriebe werden heute im Nebenerwerb bewirtschaftet, dadurch kann sich jemand nicht mehr rund um die Uhr um den Betrieb kümmern und man ist auf flexible Arbeitgeber angewiesen. Hochwertiges Futter mit einer Schlagkraft von 2 – 3 Trocknungschargen je Aufwuchs bei kurzen Schönwetterperioden sicher ernten zu können, stellt eine große Erleichterung für den Landwirt dar und war lange Zeit in der Heuwirtschaft nicht möglich. Heute sorgen moderne Anlagensteuerungen für ein Minimum an Betreuungsaufwand der Anlage bis hin zur Fehlermeldung an ein Mobiltelefon. Die Heuwirtschaft bietet aber besonders im Winter große Vorteile: es müssen viel geringere Gewichte an Futter bewegt werden, die Rationen setzen sich meist aus nur zwei Bestandteilen (Heu und Ergänzungsfutter) zusammen und müssen nicht gemischt werden. Ein Aufwand für das Abdecken von Silagelagerstätten oder das Öffnen von dicht gepressten Ballen entfällt genauso wie das Befreien der Lagerstätte von Schnee.