Bei der Heuernte sollte versucht werden, die Umfeldbedingungen zu optimieren.

1. Trockener Boden

Der Boden und das Gras dürfen nicht nass sein, es besteht die Gefahr von Narbenschäden und Verschmutzung des Futters. Wird zu früh am Tag gemäht, ist der Tau noch nicht abgetrocknet was die Feldliegezeit verlängert.

2. Mähaufbereiter

Für die Vortrocknung am Feld sind Mähaufbereiter mit ihren Schlagleisten oder Quetschwalzen gut geeignet, da sie speziell gröberen Halmen mehrere Bruchstellen zufügen wodurch das enthaltene Wasser leichter austreten kann. Dieser Vorteil wirkt in der Trocknungsanlage weiter. Nachteilig sind ein höherer Leistungsbedarf und die eingeschränkte Hangtauglichkeit. Mit dem Aufbereiter kann in der Regel ein Wendevorgang (zetten) eingespart werden.

3. Zetten und Schwaden

Für sehr grobes Futter oder wenn sich nach dem Mähen Haufen bilden empfiehlt es sich abwechselnd längs und quer mit dem Kreiselzettwender zu fahren um die Haufen besser anzustreuen. Mit jedem Wendevorgang muss die Zapfwellendrehzahl reduziert werden, um Bröckelverluste gering zu halten. Beim Schwaden ist es günstig etwas früher den Schwad zu machen, um ihn noch einige Zeit im Wind trocknen zu lassen. Auch das kann die Bröckelverluste verringern. Für Rundballen sind breite (Doppel)Schwade günstig, da das Heu fast in voller Breite in die Presse gelangt. Dadurch erhält man gleichmäßig dichte Ballen.

4. Ladewagen und Ballenpresse

Grundsätzlich eignen sich alle Ladewagen und Pressen für die Heuernte. Für die Ladewagen sind große Volumen günstig, denn das Heu soll im Wagen nicht stark verdichtet werden, weil es anschließend nur schwer wieder aufgelockert werden kann. Bei grobem Futter können 3-6 scharfe Messer eingesetzt werden. Für die Rundballenerzeugung sind Pressen mit variabler Kammer günstiger, sie können eher gleichmäßige, locker gepresste Ballen erzeugen.

5. Erntezeitpunkt

Die Restfeuchte im Futter bestimmt den Erntezeitpunkt. Für die Losetrocknung sollen 40% Restfeuchte (60% Trockenmasse) und für die Rundballenerzeugung 30% Restfeuchte (70% Trockenmasse) nur in Ausnahmefällen überschritten werden.

6. Einlagerung

Das Heu wird mit dem Kran, Heubagger oder Gebläse auf die Trocknung aufgebracht. Die gleichmäßige und lockere Verteilung spielt dabei eine große Rolle. Die ersten 24 Stunden soll die Box nicht betreten werden. Wenn sich sogenannte Trockenkamine bilden, sollen diese mit noch feuchtem Material abgedeckt werden. Tritt entlang der Boxenwand Luft aus, so kann durch eine Verdichtung der Luftaustritt gebremst werden.