In einer Trocknungsanlage (z.B. Losetrocknung) wird meist die getrocknete oder angewärmte Luft von unten in das Futter eingeblasen. Deshalb wird von „unten nach oben“ das unterste Futter zuerst getrocknet. Wird zu viel frisches Futter auf die Trocknung gegeben, so steigt der Widerstand (Druck) für das Durchblasen der Trocknungsluft. Obwohl eine dickere Schichthöhe mehr Trocknungsluft brauchen würde, passiert genau das Gegenteil, weil durch den größeren Widerstand weniger Luft durch das Trocknungsgut geblasen werden kann. Die Trocknungsluft wird sich in dieser Situation früher – z.B. in der Mitte der Schicht – bereits sättigen und kann in der obersten Schicht kein Wasser mehr aufnehmen. Im Extremfall führt dies sogar zu einer Kondensation in der obersten Schicht, wenn die Luft übersättigt ist. Mit druckstabilen Ventilatoren und der Wahl der richtigen Boxengröße beugt man diesem Problem heute vor.

Konservierung des Futters

Die Heutrocknung ist eine Art der Konservierung, also Haltbarmachung des Futters – wie bei Kräutern oder Dörrobst. Nach der gelungenen Trocknung findet keine Fehlgärung oder Nacherwärmung mehr statt. Der Wasserentzug nimmt Bakterien und Pilzen die Lebensgrundlage und erhält somit die Futterqualität über viele Monate. Entscheidend für eine erfolgreiche Konservierung ist neben einem maximalen Restwassergehalt von 13% (87% Trockenmasse) die rasche Trocknung des Futters innerhalb 70 Stunden (3 Tage). Ab dieser Zeit treten Qualitätsminderungen ein und es sollte nur noch nachbelüftet werden müssen.

Nachtrocknen des Grases

Der zweite Vorteil einer technischen Trocknung ist die Möglichkeit feuchteres Futter einzufahren, was mit einer Kaltbelüftung oder Bodentrocknung nicht möglich wäre. Dadurch können Bröckelverluste am Feld weitgehend vermieden werden. Die ideale Restfeuchte im Futter liegt dabei bei 35% (65% Trockenmasse) als Kompromiss zwischen den Bröckelverlusten und einem sehr hohen Energieverbrauch beim Trocknen. Bei über 40% Restfeuchte (60% Trockenmasse) steigen die Trocknungskosten unverhältnismäßig an und selbst gute Trocknungsanlagen laufen Gefahr überlastet zu werden.